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Meine Gedichte und Geschichten aus dem Schreibzirkel Teuchern

An dieser Stelle möchte ich allen einen kleinen Überblick aus meinem literarischen Schaffen in den letzten Jahren geben. Im Teucherner Schreibzirkel habe ich viele Gedichte und Geschichten geschrieben. Immer unter dem Motto: Dem Menschen aufs "Maul" geschaut. In der Anthologie des Schreibzirkels Teuchern  sind einige Geschichten und Gedichte veröffentlicht worden. Die Mitglieder im Schreibzirkel waren: Ellen Wild aus Zeitz, Lore Sprenger aus Großkorbetha; Günther Blechschmidt aus Weißenfels, Herbert Karnstedt aus Teuchern, Wolfgang Kößling aus Schelkau, Eckardt Böttcher aus Teuchern. Herbert Karnstedt und Wolfgang Kößling sind inzwischen verstorben.

 

 

 Willkommen in meiner Stadt

von

Eckardt Böttcher

 

Willkommen - in dieser Stadt,

willkommen in meiner Heimatstadt.

 

Schaue - auf die Häuser, die Straßen,

schaue auf meine Stadt,

auf unsere Menschen.

 

Erlebe - meine Stadt mit frohem Herzen

nimm auf in Dir den Geist

und die Seele meiner Stadt.

 

Erfreue - Dich an der Natur rings herum,

Erfreue Dich an meiner Stadt,

an meinem Land.

 

Erzähle - weiter, was Du hier erlebst

erzähle weiter wie es uns ergeht.

 

Trage - unsere Geschichte in die weite Welt,

komme wieder,

wenn es Dir gefällt.

 

Danke - für Deinen Besuch in meiner Stadt.


 

Teuchern, unsere Heimatstadt

 

Umsäumt von grünenden Gärten,

von Wiesen, Äckern und Sand,

liegt unser freundliches Städtchen

im Sachsen-Anhalter Land.

 

Seit mehr als eintausend Jahren

als Stadt hat Teuchern Bestand.

Trotz bitt'rer Not und auch Kriege,

sie trägt ein neues Gewand.

 

Im Tale fließen drei Bäche

vereint als Rippach dahin.

Und saub'rer als noch vor Jahren

sind sie für uns ein Gewinn.

 

Es prägen fleißige Menschen

der Stadt ein schön'res Gesicht.

Des Lebens Hürden zu meistern

hat für uns alle Gewicht.

 

Es lohnt das friedliche Schaffen

mit Mut, Geschick und Verstand.

die Zukunft mit zu gestalten,

das liegt in unserer Hand.

 

Refr.:

Wenn auch manchmal lockt die Ferne,

und wir fahren dann hinaus,

spüren wir doch immer wieder,

daß am schönsten ist's zu Haus.

Laßt die Gläser hell erklingen,

Heimat, du bist wundervoll!

Laßt das Heute uns bezwingen,

das uns gut gelingen soll.

 

Text: Herbert Karnstedt Februar 1997

Melodie: Ilse Siskin März 1997


 

 

 Teuchern - unsere Stadt

 

von Pfarrer Klaus Brettschneider

 

Vielleicht fragt man uns später nach dieser Stadt

Teuchern, die Stadt, die wir die unsrige nennen.

Wo warst Du? Wo bist Du in Ihr?

Dein Haus und Garten -vor langer Zeit -

mit Deinen Eltern - als wir noch Kinder waren.

Die Eltern, die uns am nächsten waren.

Und heute - die Nachbarn und Freunde ,

denen wir begegnen -

ein Gruß ein Blick und Vorübergehen.

 

Vielleicht fragt man uns später nach dieser Stadt

Teuchern, die Stadt, die wir die unsrige nennen.

Wo warst Du? Wo bist Du in Ihr?

Deine Schule und Lehrer, die Kirche und das Rathaus,

der Park und der Friedhof.

Deine Sehnsucht nach Weite: Wiesen, Wege, Wälder

und Menschen, die erste Liebe und erste Enttäuschung,

die Tage des Frohsinns, voll Sonne und Licht.

Aber auch die traurigen Zeiten

Angst und Alleinsein, Getriebe und Geschäfte.

Kein Weg ohne Ende,

kein Ende ohne Weg in den Gassen und Straßen,

auf dem Markt und in den Höfen unserer Stadt.

 

Die Fülle des Lebens und der Arbeit.

Es vergeht kein Tag ohne Planen und Schaffen.

Die Familie, Kollegen -Ich bin gefragt.

Die Fülle des Lebens - sie füllt mich aus.

Auch die Menschen und Verhältnisse mit denen ich Lebe,

an denen ich leide - und sie an mir.

Und dann die Neige des Lebens.

Ich werde barmherzig mit allem und allen.

Ich sehne mich nach Geborgenheit.

Auch wenige Menschen in meiner Nähe sind viel.

Ich gehe meinen Weg, ich haste nicht.

 

Wohin ich auch gehe in dieser Stadt, aus dieser Stadt.

wo ich auch bin auf dieser Welt,

Teuchern, Du bist meine Stadt.

Vielleicht fragt man mich einmal nach dieser Stadt.

 

Meine Gedichte und Geschichten 

 

Schreib ein Gedicht

März 2003

         

Die Frühlingsboten

März 2003

Schreiben soll ich ein Gedicht,

du liebe Güte, das kann ich nicht.

Und das auch noch als Hausaufgabe,

ein Problem für mich, keine Frage.

 

Geschichten schrieb ich mancherlei,

doch das Reimen ging an mir vorbei.

Gedichte mit sehr viel Gefühl

las ich gerne, auch sehr viel.

 

Doch selber reimen viele Worte,

das jedes sitzt am richt'gen Orte.

Und wenn auch viele drüber lachen

sie sollten's erst mal selber machen.

 

Ein Herz gefasst und angefangen

die Worte nur so aus mir drangen

und schaute ich dann richtig hin

ergab dies gereimte einen Sinn.

 

Ein Strahlen geht über mein Gesicht

sagte einer, ich kann es nicht?

Und sollte mich mal einer fragen

sag ich zu ihm: nicht verzagen.


Gefahren im Mai

April 2004

 

Die Winterzeit geht nun vorbei

es lockt der Wonnemonat Mai.

Die Natur malt sich in den schönsten Farben,

die ersten Blumen möchte jeder haben.

 

Man merkt es jetzt in allen Knochen:

der Frühling ist herein gebrochen.

Durch des Menschen froh Gemüt

manch lustiger Gedanke zieht.

 

Man sieht es auch an manchem Weibe

trägt es den kurzen Rock am Leibe.

für manchen ist es dann zuspät,

weil sie ihm schon den Kopf verdreht.

 

Doch musst du wirklich nicht verzagen

wenn nun die Bäume ausschlagen.

Wen wird die Natur schon locken

hört man läuten alle Osterglocken.

 

In den ersten Sonnenstrahlen

will sich sogleich ein jeder aalen.

Doch aufgepasst ihr lieben Leut'

die Sonne ist recht kräftig heut.

 

Manch einer hat sich schon verbrannt

durch Sonnenglut auf seiner Hand.

Und des Nachts in deinen Träumen:

ach ja, Saft steigt nicht nur in Bäumen.

 

Darum aufgepasst zu jeder Zeit

Gefahren stehen stets bereit.

Auch wenn sich Pflänzchen zieren

in der Natur wird es expoldieren.

 

Schön ist's sich in der Sonne aalen

vorbei sind nun die Winterqualen.

Der Igel aus dem Winterschlaf erwacht,

die Biene sich an die ersten Blüten macht,

ein Lämmchen im grünen Grase liegt,

ein Schwälbchen durch die Lüfte fliegt,

ich wünschte er geht nie vorbei:

der wunderschöne Monat Mai!


Das unzufriedene Geburtstagskind

November 2004

 

Der Himmel grau, die Tage kälter,

November und wieder ein Jahr älter.

Zum Geburtstag wünscht ein jeder Glück,

Geschenke gibt's manch unnütz` Stück.

 

Der gleiche Mist in jedem Jahr

doch manche findens wunderbar.

Unnützes Zeug, dass ich mich wunder,

was soll ich mit dem ganzen Plunder.

 

Die Flasche Wein bekam einst Onkel Heine,

zurück geschenkt ist sie nun wieder meine.

Den Schnaps gab es als Sonderangebot

wenn man den trinkt, dann ist man tot.

 

Aus Wolle sind die langen Socken

damit poliere ich das Auto trocken.

Nicht ein Geschenk das mir gefällt

verplempert ist das ganze Geld.

 

Hätten Sie's lieber mir gegeben

es wär genug für's ganze Leben.

Jedoch, sie futtern, weil ich's ja habe

Besucher kennen keine Gnade.

 

Die Uhr scheint glatt vergessen,

Geschenke noch nicht abgegessen.

erschreckend wie die Zeit verrinnt.

Niemand auf mein Alter Rücksicht nimmt.

 

Vorbei sind zwar die schönsten Jahre,

jedoch, es kommen viele wunderbare.

Macht man's Dir nicht recht im Leben:

so ist es eben, so ist es eben......


Feuerwerk

31.12. 2004

 

Es zischt, es knallt, die Nacht wird helle,

Nachbar ist mit Feuerwerk zur Stelle.

 

Er schießt zu uns aus allen Rohren.

Als Ziel ist mein Garten auserkoren.

 

Raketen und so mancher Böllerregen,

morgen kann ich alles in die Tonne fegen.

 

Doch warte nur, ich geb's zurück,

das ist des Feuerwerkers Glück.

 

Zu dir schick ich den ganzen Segen

werde dazu mein Glas erheben....

 

Wünsche dir ein frohes neues Jahr,

Silvester, einfach wunderbar!


Geschichte:   Der Vogelbaum

März 2005

 

"Sag mal, hast du das gesehen?"

"Nee, was denn?"

"Na, die Vögel!"

"Was für Vögel?"

"Na, die da eben im Baume saßen!"

"Was für'n Baum?"

"Na, da drüben in der Linde!"

"Linde? Wo is ne' Linde!"

"Mann, dort drüben! Dritter von links."

"Was das ist ne' Linde?"

"Ja!"

"Und was ist damit?"

"Na, da war ein Schwarm Vögel!"

"Hab ich nich' gesehen."

"Nee?"

"Nee!"

"Mindestens zwanzig Meisen war'n das."

"Meisen? Na und?"

"Da waren auch ein paar Rotkelchen dabei."

"Hab ich nich' gesehen. Rotkehlchen, Meisen, na und?"

"Haste die nicht auch gehört?"

"Wen?"

"Na, die Meisen und die Rotkehlchen!"

"Nee, warum?"

"Mann, die haben richtig schön gesungen."

"Gesungen? Was?"

"Na, ihr Frühlingslied!"

"Kenn' ich nicht!"

"Oh, Mann.......!"

"Na und? Vögel! Haste mal ne' Zigarette?

 


Willkommen in meiner Stadt

August 2002

 

Willkommen in dieser Stadt,

willkommen in meiner Heimatstadt.

Erlebe meine Stadt mit frohem Herzen,

erlebe den Geist und die Seele meiner Stadt.

 

Schaue auf die Häuser, die Straßen,

schaue auf meine Stadt, auf unsere Menschen.

Erfreue Dich an der Natur rings herum,

Erfreue Dich an meiner Stadt, an meiner Umgebung.

 

Erzähle weiter, was Du hier erlebst,

erzähle weiter, wie es uns ergeht.

Trage unsere Geschichte in die weite Welt,

komme wieder, wenn es Dir gefällt.

 

Danke für Deinen Besuch in meiner Stadt

Danke, weil Du sie gesehen hast.


 

Knecht Ruprecht kommt

November 2001 im Kindergarten

 

Draußen weht es bitterkalt,

wer kommt da durch den Winterwald.

 Stipp-stapp, stipp-stapp und huckepack

Knecht Ruprecht ist's mit seinem Sack.

 

Was ist wohl in dem Sacke drin?

Äpfel, Mandel und Rosin und schöne Zuckerrosen

auch Pfeffernüss für's gute KInd

die anderen die nicht artig sind

die klopft er auf die Hosen.

 

Ich höre viele Herzlein beben,

gleich könnt ihr es selbst erleben,

Knecht Ruprecht, ist bestimmt schon hier,

ich glaub' er steht draußen vor der Tür.

 

Knecht Ruprecht, komm zu uns herein,

um unsere Herzen zu erfreu'n.


 

Vogelfrei

Oktober 2005

 

Ich wär so gern ein Vögelein,

könnt mich erheben in die Lüfte,

über Wolken fliegen, für mich allein,

genießen alle Erdendüfte.

 

Würde reisen um Welt

bis zur Sonne und zurück.

Schwerelos durch das Himmelszelt.

Es wär' mein größtes Glück.

 

Könnte hoch am Himmel sein,

vergessen alle Sorgen.

Probleme wären nur noch klein,

würde fliegen in den Morgen.


 

Sportlich

Januar 2010

 

Dieses Jahr will ich es wissen,

das Leben ist kein Ruhekissen.

Fettes Essen und zuviel Speck

die Pfunde müssen einfach weg.

 

Fitnes wird nun groß geschrieben,

Faulheit werde ich besiegen.

Morgen fang´ ich damit an,

auf geht's, mach dich ran.

 

Samstag morgen, gegen zehn

konnte man mich laufen seh'n

hundert Meter bis zum Bäcker,

der hat Brötchen, die sind lecker.

 

Nach dem Frühstück, kein Pardon,

der Weg zum Sofa wartet schon.

Sport soll man nicht übertreiben,

an den Folgen kann man leiden.

 

Sonntags soll der Körper ruh'n,

heute gibt es nichts zu tun.

Ab Montag gehts zum Sportverein,

es wird wohl so am besten sein.

 

Dort gibt es Menschen die nicht lachen

wenn die müden Knochen krachen.

Das Pensum ist ganz sicher klein

man wird nicht überfordert sein.

 

Knie gebeugt, den Rumpf gestreckt,

weil dies die Lebensgeister weckt.

Streng dich an du faule Socke,

sitz nicht solange in der Hocke.

 

Meine Güte, ist das schwer,

hier geh ich nicht wieder her.

Was soll der ganze Fitneswahn,

gutes Essen macht viel mehr an.


 

Fußballfan

Januar 2010

 

Für Fußball würde ich alles geben

Es ist das Größte in meinem Leben.

Jeden Sonntag, so muss es sein

FC ist mein liebster Sportverein.

 

Mein FC spielt nun heute

Gegen völlig fremde Leute.

Noch nie gehört von diesen Recken,

die können sich vor uns verstecken.

 

Die meisten Tore schießen wir

Ihr seid nur unsere Gäste hier.

Auf geht’s, nun fängt es an,

jetzt ist unser Stürmer dran.

 

Wird gelegt von der Nummer sieben

Wir müssten jetzt Elfmeter kriegen.

Den gibt es nicht, na so ein Mist,

ob die Pfeife wohl bestochen ist?

 

Der Gegner auf unser Tor zu rennt,

mein Gott, unser Torwart pennt.

Der Ball ist drin, und bleibt dort liegen

Mann, so können wir nicht siegen.

 

Passt auf, der mit der Nummer acht

Hat schon mal ein Tor gemacht.

Nun geht ran und streckt ihn nieder

Stellt ein Bein in seine Glieder.

 

Elfmeterpfiff, und Schuss und Tor

Mein Gott die führen ja uns vor.

Wir werden leider nicht gewinnen

Mit unseren lahmen Flaschen drinnen.

 

Ich kann mich ärgern über solch ein Spiel

Zu gewinnen gab es heut nicht viel.

Doch nächste Woche, welch ein Glück

Kehr ich zu meinem Club zurück.

 


 

Mein Hund und ich

Januar 2005

 

Gar mancher geht gern spazieren

mit seinen Lieblings  Tieren.

Uns Menschen, ob jung, ob alt

ein treuer Blick lässt uns nicht kalt.

 

Ob großer oder kleiner Hund

täglich ein Spaziergang ist gesund.

Sich an frischer, klarer Luft bewegen

bringt dem Menschen Glück und  Segen.

 

Wer Tierlieb ist, aus gutem Grund,

der spricht auch gern mit seinem Hund.

Mein Hund versteht mich, jede Wette

nur ein Wort nicht, das heißt: Toilette.

 

Habe ich ihn an der langen Leine

hebt er an jedem Baum die Beine.

Auch gern an jedem Gartenpfosten

den dieser kann ja niemals rosten.

 

Mülltonnen mag er besonders gern,

erkennt sie meistens schon von fern.

Er pinkelt gern an jeden Autoreifen

warum mich nur so böse Blicke streifen?

 

Er will seine Spuren hinterlassen

um zu beglücken alle Hunderassen.

Solch ein Tier braucht Sachverstand

vor allem Herrchens starke Hand.

 

Mein Hund ist sehr gut erzogen

was anderes wäre glatt gelogen.

Er macht nichts was andere stört

besonders wenn´s dort nicht hingehört.

 

Man könnte sich die Haare raufen

bei manchem eklig Hundehaufen.

Nicht von uns, das kann nicht sein

mein Hund ist schließlich Stubenrein.

 


 

 Dein Lebensweg

 

Mit 18 kannst Du fröhlich in die Zukunft schauen

Mit 20 bist Du fit und voller Selbstvertrauen

Mit 30 soll es im Beruf Erfolge geben

Dann genießt Du mit 40 das Familienleben.

 

Mit 50 sollst Du gesund und munter bleiben

Mit 60 jeden Kummer vermeiden.

Dann ist man mit 65 Pensionär

Und auch mit 70 geht es hoch her.

 

Mit 80 soll man oft herzhaft lachen

Mit 90 tust Du Dinge die Freude machen

So geht es dann immer froh und heiter

Bis zu Deinem 100. Geburtstag weiter...

 


 

Augen - Blick

 Januar 2006

 

Große Augen starren mich an!

Augen auf  dunkler, schorfiger Rinde,

Schwarz umrandet, gleichförmig starrend.

Sie verfolgen mich.

Ich fühle es.

Ich spüre es.

Sie ziehen mich magisch an.

Lassen mich nicht wieder los.

Ich versenke mich in diese Augen.

Sie schauen mich an, schauen in meine Seele.

Warum berühren sie mich!

Ich schaue weg und kann es doch nicht.

Gelbliche Augen, was wollt ihr mir sagen?

Erinnerung an ein Erlebnis vor vielen Jahren.

An eine Wiese, an einen Fluss, an einen Wald.

An große, und beeindruckende Bäume.

An Magie, an Zauberei, an Fackeln im Dunkeln.

An ein Lagerfeuer, einer maskierten, tanzenden Frau.

An dröhnende Trommeln, stampfenden Rhythmus.

Betörender Rauch und entrückte Sinne.

Voodoo in den Sümpfen von New Orleans.

Faszination und Wirklichkeit vermischen sich.

Und nun diese Augen.

Sie verfolgen mich.

Sie sehen in mich hinein.

Begegne ich meiner Erinnerung?

 

 

Ein Gedicht als Hausaufgabe im Schreibzirkel

zu einer Skulptur

 


Dieses wunderschöne Heimatgedicht schrieb Paul Moritz. Es wurde von mir zu verschiedenen Heimatabenden vorgetragen. Über den Dichter selbst, und wann dieses Gedicht geschrieben wurde, ist mir nichts weiteres bekannt. Ich habe es vor einigen Jahren von einem Teucherner Bürger bekommen.

 

Mein Teuchern 

 von Paul Moritz

 

  Mein Teuchern, du mit deinem Frieden,

        du liegst so einsam, so verträumt,

von Lärm und Treiben abgeschieden,

von steilen Hängen rings umsäumt.

 

Des alten Kirchturm schlichte Schöne

ragt weit hinaus ins Nachbarland,

vom Berge schwingen Glockentöne

bis Runthal an des Baches Strand.

 

      Am Bach die alten Bäume stehen,

still träumt das Schloß in Parkes Pracht.

Viel fleißige Leute sieht man gehen

zur Arbeit in den Kohlenschacht.

 

Dicht vor der Stadt die Lange Wiese.

Wenn durch das Korn die Sense zieht,

im Schrebergartenparadiese

erklingt so manches frohe Lied.

 

  Wenn wir des Waldes Sprache lauschen

wird uns die Seele frisch und frei,

bei Schortau durch das Wipfelrauschen

nach Alltagslast von Sorgen frei.

 Und unter tiefgesenkten Zweigen

umweht von reiner Höhenluft,

der Schützenplatz in Waldesschweigen,

in Sonnenschein und Kiefernduft.

 

Des Friedhofs Bäume rauschen leise

Ihr Lied in eigner Melodei,

macht mir nach altgewohnter Weise

das Herz, den Sinn, die Seele frei.

 

Vom Glockenberge seh ich nieder,

da liegt die Stadt im Abendschein,

mit stillen Gärten voller Flieder,

mit alten Häusern groß und klein.

 

So friedlich liegst du bergumschlossen

dem Weltgetriebe abgewandt,

von Kleinstadtpoesie umflossen

du Stadt, wo meine Wiege stand.

 


  

 

Es schimmern in einem zarten Braun,

an der Birke, gleich hinter'm Gartenzaun

die ersten Knospen hier und da,

der Frühling kommt, er ist schon da.

 

Ein Schneeglöckchen, ein kleiner Naseweis,

steckt's Köpfchen durch das letzte Eis.

Und auf dem Blumenbeet, ganz hinten,

kann man schon eine Tulpe finden.

 

In unserer großen grünen Hecke

finden erste Sänger gute Verstecke.

es ist ein Balzen und ein Singen,

wenn ihre Frühlingslieder klingen.

 

Zufrieden in der Morgensonne

räckelt sich die Katze, voller Wonne

Träumt sie von der letzten Nacht

hat sie einen guten Streifzug gemacht?

 

Noch sind die Nächte ziemlich kalt

jedoch wir spüren, der Frühling kommt bald.

 


 Der Laubsauger

Oktober 2004

 

Am Samstagmorgen kurz vor acht,

Getöse hat mich wach gemacht.

Es jault und pfeift, die Nerven liegen blank

von diesem Lärm wird man doch krank.

 

Verschlafen sitze ich auf dem Bett,

der Lärm beim Nachbarn ist nicht nett.

Was ist das nur, was mag das sein?

Ich geh' zum Nachbarn, schau mal rein.

 

Ein Ungetüm hat er im Arm

Ein Laubsauger läuft sich warm.

"Hallo Nachbar, bist du schon wach?

Das Ding macht doch nicht zuviel Krach?"

 

Gequältes Lächeln zieht über mein Gesicht,

jedoch beschweren tue ich mich nicht.

Ich denke nur ganz leis' an Rache,

wie ich auch ihm eine "Freude" mache.

 

Vielleicht frühmorgens Rasen mähen

oder abends den Grill zum Wind hin drehen?

Das bringt doch nichts, das bringt nichts ein

Sicher fällt mir noch was anderes ein.

 

In der Zeitung dann ein Sonderangebot!

Vor Freude werde ich ganz hektisch rot.

Ein Laubsauger gibts zum Vorzugspreise,

ich weiß, die Dinger sind nicht leise!

 

Das Ding bringt locker über hundert Phon.

Na und, was macht das schon.

Am nächsten Samstag, kurz nach acht,

ist Nachbar noch nicht aufgewacht.

 

Der Sauger tut nicht seine Pflicht

trotz Strom läuft er einfach nicht.

Auch Umgetauscht hat das Gerät

die Rachearbeit glatt verschmäht.

 

So ist es eben, wie solls schon sein:

manchmal fällt man selber rein!

 


So ist Weihnachten

Dezember 2004

 

Lichterglanz an allen Orten

Werbung in sehr schönen Worten.

Plätzchen und auch Christbaumduft

Weihnachten liegt in der Luft..

 

Gern würde ich in Urlaub fliegen

um den Winter zu besiegen.

Diesmal war ich nicht so schnell

denn ausgebucht war das Hotel.

 

Sind zu Hause nun die Feiertage.

Auch nicht schlecht, keine Frage.

Geschenke und manch Firlefanz

liegt im hellen Lichterglanz.

 

Wohlgefällig streift mein Blick

über manches teure Stück.

Goldne Ringe, Bleikristall

Geschenke liegen überall.

 

Gänsebraten und feines Essen

keiner wird die Kalorien messen.

Zum Kaffee noch eine Sahnetorte,

dem Besuch fehlen die Worte.

 

Danach gibt es einen Jahrgangssekt

weil der die Lebensgeister weckt.

Zum Abendbrot isst man dann Lachs.

Zwar teuer, doch für mich ein Klacks.

 

Zum Abschluss Cognac, ziemlich alt,

nicht zu warm und nicht zu kalt.

Schön ist solch ein Weihnachtsfest

weil es sich gut schlemmen lässt.

 


Gute Vorsätze

Am Neujahrstag 2005

 

Deine guten Vorsätze in der Neujahrsnacht,

hast du sie jemals wahr gemacht?

Meinst: Mit dem Rauchen ist jetzt Schluß,

bringt der Gesundheit nur Verdruß!

 

Sag, was ist mit dem großen Ziele?

Rauchst doch nun nochmal so viele!

Wolltest fasten und weniger essen,

und dich mit schlanken Typen messen.

 

Verzichten wolltest du auf Schnaps und Bier!

Dein Vorsatz reichte nur bis Woche vier.

Wolltest nicht mehr soviel streiten!

Keine Vorurteile mehr verbreiten!

 

Beharrst du noch immer auf dein Recht?

Ist ein anderer nur dein Knecht?

Lerne endlich was aus deinem Leben!

Dann wird es dir viel Freude geben.


 

Weihnachtsfreuden

Oktober 2003

 

Nur noch wenige Tag, dann ist es soweit.

Bald nun kommt sie, die schöne Weihnachtszeit.

Die Wunschzettel sind längst schon geschrieben,

wird wohl alles unterm Tannenbaum liegen?

 

Nach Weihnachten riecht es im ganzen Haus,

nach Äpfel und Nüssen, nach Santa Claus.

Es raschelte und knisterte in der Nacht,

hat Niklaus den Weihnachtsbaum gebracht?

 

Denn am Heiligabend steht er in voller Pracht,

mit glänzenden Kugeln und einem Engel der lacht.

Mit leuchtenden Kerzen, fast wie im Traum,

es ist der schönste Weihnachtsbaum.

 

Darunter liegen Geschenke, noch fein verpackt.

Wir singen das Lied von der heiligen Nacht.

Die Glocke ruft, die Kirche ist nah,

Zeit der Besinnung, Weihnacht ist da.


 

Krieg

April 2003

 

Angst umschließt mein Herz

Furcht ergreift meine Seele.

Krieg erfasst unsere Welt,

es geht um Glauben, Oil und Geld.

 

Kanonen donnern, Häuser stürzen ein

Panzer rollen, Menschen schrei'n

Zu groß ist des Krieges unheilvolle Macht

Das Leid der Menschen wurde nicht bedacht.

 

Angst umschließt mein Herz

Furcht ergreift meine Seele.

Des Krieges Bilder bereiten mir Schmerz,

haltet ein, es sterben schon zu viele.

 

Wenn ein Diktator ein Land regiert,

ein anderer seinen Krieg dort führt,

Städte und Dörfer und Kultur zerstört,

ist das einen Krieg wohl wert?

 

Angst umschließt mein Herz

Furcht ergreift meine Seele.

Siegt des Soldaten üble Zunft

und des Menschen Unvernunft?


 

Mein Auto und ich

April 2005

 

Mein Auto ist mein bestes Stück,

mein Eigentum, mein größtes Glück.

Aus bestem Stahlblech hergestellt

es ist meine große Welt.

 

Es glänzt so herrlich brillant

wie sonst nichts in diesem Land.

Geputzt wird es fast täglich,

behandelt stets äusserst pfleglich.

 

Der Motor ist meines Autos Seele,

bekommt nur die allerbesten Öle.

Damit auch wirklich nichts passiert:

mit Super läuft er wie geschmiert.

 

Aus gutem Grund fahr' ich stets allein

so halte ich die Schonbezüge rein.

Im Auto ist es wie bei mir zu Haus`

ein jeder zieht seine Schuhe aus.

 

Mein Auto fährt seit Jahren unfallfrei

ich hoffe, dass es noch lang so sei.

Wir sind wie unzertrennlich Brüder,

erkennen uns im Dunkeln wieder.

 

Selbst wenn sich mancher daran weidet:

Mein Auto, bis dass der TÜV uns scheidet.


 

Hausaufgabe:   Herbstgedicht

Oktober 2005

 

Der Herbst hat auch noch schöne Tage,

viel Sonne und viel Regen, keine Frage.

Darüber Gedichte schreiben, welche Plage,

gabs keine bessre Hausaufgabe?


Alt geworden

Oktober 2006

 

Nicht gespürt wie die Zeit vergeht.

Sorglos in den Tag hinein gelebt.

Voller Pläne jung gefreit.

Vergangen ist die Jugendzeit.

 

Mit dreißig im Lebenskampf erfahren,

mit vierzig in den besten Jahren,

mit fünfzig noch voll Elan.

Doch des Lebens Herbst begann.

 

Gedanken schweifen über Jahre,

was gibt es noch für Ideale?

Wieviel Zeit geht noch dahin,

bis ich alt geworden bin.


 

Lebensspuren

November 2003

 

Im Spiegelbild erkennst Du Dein Leben

viel Freud' und Leid wurde Dir gegeben.

Dein Haar ist jetzt grau und wird dünn,

die schönsten Jahre sind nun dahin.

 

Manchen Sturm hast du überwunden

es gab nicht nur glückliche Stunden.

Bestanden wurde trotzdem das Leben

die Familie hat Dir den Halt gegeben.

 

Ein Kind der Liebe wurde Dir geboren,

nach Jahren glaubtest Du es verloren.

Doch wiedergefunden in schwieriger Zeit

manch böses Wort tut dir noch heute leid.

 

Es gab Tage voll Kummer und Sorgen,

gemeistert hast Du das Heute und Morgen.

Du fragst Dich, macht das alles Sinn?

Die Tage und Jahre gingen dahin.

 

Dein ganzes Leben steht in Deinem Gesicht.

Die Vergangenheit ändern, das kannst Du nicht.

Du mußt damit leben, was Dir bleibt,

mach nur Gutes daraus, noch hast Du Zeit.


 

Lottospiel

Januar 2010

 

Was wird gebraucht auf dieser Welt?

Zum guten Leben sehr viel Geld.

Durch Arbeit wurde niemand reich,

ich lass es sein, am liebsten gleich.

 

Mit Pferdewetten habe ich’s versucht

die Viecher aber bald verflucht.

Mein Gaul der kam als letzter rein

es hat wohl nicht sollen sein.

 

Das Fußballtoto ist ein schönes Spiel

Doch zu gewinnen gab es nicht viel.

Im ersten Rang nur ein paar Mark,

als Gewinn, nicht gerade stark.

 

Doch Lotto spielt Gewinne aus,

zum Leben in Saus und Braus.

Ich mache mit , spiele gleich

Und auf einmal bin ich reich.

 

Auto, Boot, ein flottes Leben

Was kann es noch schönres geben.

Im ersten Preis sind Millionen drin

Wenn ich sie doch nur gewinn.

 

Dann am Samstag, ungelogen

Wird der Hauptgewinn gezogen.

Die erste Zahl das war die zwölf

Schade drum, ich hab die elf.

 

Leider ging es noch so weiter,

Das Ergebnis war nicht heiter.

Statt des großen Hauptgewinn

Waren nur zwei richtige drin.

 

Ein Glückspilz ist nicht jedermann

Manch einer der kommt niemals dran.

Und so träumt man jede Woche heiter

Vom großen Geld immer weiter...

immer weiter....

 


 

Keine Zeit

 November 2006

Ein Mensch trifft wieder einen ander’n,

gemeinsam war man oftmals wandern,

durch Wälder, Wiesen, Heide,

die Natur war eine Augenweide.

Lange hat man sich nicht gesehen,

sag, ist dir was geschehen?

Er windet sich voll Unbehagen,

wie soll er´s nur dem andern sagen?

Sagt er einfach: keine Lust!

Meint der andere: Ich hab´s gewusst!

Darum erklärt er lang und breit,

Er habe einfach keine Zeit!

 

Im Kaufmarkt hört man ihn klagen:

„Schon wieder keine Einkaufswagen“!

Und als er endlich einen hat,

fährt er fast die anderen platt.

Schiebt den Wagen in die Hacken,

man hört es laut und deutlich knacken,

Meint noch: Stell dich nicht so an,

schließlich bist du doch ein Mann!

Mach dich lieber nicht so breit,

Platz da, ich hab keine Zeit!

 

Im Auto schimpft er über alle andern:

Statt Autofahr’n geht lieber wandern.

Der beste Fahrer weit und breit,

bin ich, und zwar seit langer Zeit.

Doch als erscheint ein rotes Licht

sieht er es vor lauter Eile nicht.

Nun hat er Zeit, besinne dich.

Der Tod ist unabänderlich.

 


 

Man trifft sich beim Einkaufen.

 Februar 2009

 

„Na, biste allene..?“

„Och, Kalle.... och hier?“

„Joo...“

„Wie seid´n ihr hergekomm...?“

„Nu, mit´n Bus.“

„Mit Bus?“

„Joo...“

„Un, kost’ der was?“

„Nee. Umsonst“

„Wollt wohl einkoofe?“

„Joo... n´ bischen.“

„Un, sonst..?“

„Nu, ...weeste ja,... wie imma..!“

„Geht mir och so, s´zwickt hie und do..!“

„Joo, joo,..is so..!“

„Fleesch ham se im Angebot..”

„Joo... was macht´n Lises Erna?“

„De ham de Bus verpasst..!“

 „Verpasst ? Wieso ?“

„Ham wohl verpennt!“

„Ach nee.!“

„Joo...is so!“

„Un` deine Gerda..?“

“Steht vorne beim Fleescher an.”

„Ham´ wohl Angebote beim Fleescher...“

„Joo...Schnitzelfleesch...“

„Schnitzelfleesch?“

„Joo...un´ Rolladen!“

„Rolladen och?“

„Joo...!“

„Joo, joo..!“

„Haste gestern Fernsehen geguckt?“

„Was´n denn?“

„Na, gab doch Fußball...!“

„Neee, wer hat´n gespielt?“

„Bayern!“

„Neee, gegen wen..?“

„Na, gegen Köln.“

„Ne, ham wa nich geseh´n.“

„Bayern hat gewonnen..“

„Nee, Gerda guckt keenen Fußball.“

„Nee..?“

„Nee...“

„Haste was verpasst...“

„Joo...was willste machen..!“

„Joo.“

„Iss soo...!“

“Joo…”

“Na, denne, machs jut!“

„Joo... du ooch...!“

„Un grüß dene Beste...“

„Jooo… du och… »

„Bis nächste Woche...“

„Joo.... jooo...“

  


 

 

Erinnerungen an Erich Schleif

 

Seltene Begegnung mit einem Schriftsteller

Gedicht von Erich Schleif

 

Kraft der mir eigenen Gedanken

schwoll mir die Brust, von Stolz erhaben.

Ich hatte ein Gedicht gemacht

und war nun auf Kritik bedacht.

Drum gab ich´s dem, der von Beruf

ein Dichter war und solches schuf.

In Ungeduld am nächsten Tage

bedrängte ich ihn mit der Frage

Hat es gefallen mein Gedicht?

Und sah gespannt in sein Gesicht.

Ich las es nicht, gestand er ganz offen.

Oh, schade.... sagte ich betrofen.

Ich wollt ihm nicht noch näher treten

und habe um Rückgabe gebeten.

Er fand es nicht! Ach welc ein Schreck!

Denn mein Gedicht war einfach weg.

Wir suchten es in jedem Zimmer,

es schwand der letzte Hoffnungsschimmer,

bis auf den Raum, den kleinen, engen,

dort sah ich es am Nagel hängen.

Ich stürzte ohne Gruß nach Haus.

Damit war die Begegnung aus.

 

PS:

Wie, - wenn er nur vergaß, weil viel ihn drängt,

wohin er mein Gedicht gehängt?

Wie, - wenn ich ihm nun gar zu Unrecht grollte

und er´s in aller Stille lesen wollte?!

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

Das Handy

 März 2009

 

Mein Handy geht nicht mehr!

Also werde ich mal nachsehen lassen, was wohl defekt ist.

Im Handyshop ist großer Andrang. Ob wohl andere auch ein defektes Handy haben?

Nein, die meisten wollen nur eine Telefonkarte aufladen lassen. 15 Euro, 25 Euro,

je nach Kassenlage.

Schließlich bin ich dran und ein junger, modern gestylter und aktiver Verkäufer

fragt nach meinen Wünschen.

„Hallo, was kann ich für Dich tun?“

Leicht irritiert schaue ich den jungen Mann an.

Kennt der mich?

„Äh, ja, mein Handy geht nicht mehr“ sage ich und schaue ihn erwartungsvoll an.

„Kein Problem, haben wir gleich!“

Aha, denke ich der hat wohl Ahnung.

Er drückt hier und drückt dort auf der Tastatur, nimmt den Akku raus und

schaut ihn an als ob er ihn durch bloßes Ansehen heilen kann.

„Wie lange hast Du das Teil denn schon?“ fragt er schließlich.

Aha, denke ich der kennt dich doch.

Wo hast du ihn nur schon mal getroffen?

Trotz allem Überlegen fällt es mir nicht ein.

„Äh“ sage ich „gekauft vor fast 4 Jahren.“

„Also, ein Steinzeitteil“ meint der junge Mann. „Tja, so etwas hat man heute nicht mehr.

Ein typisches Teil für ältere Leute, kauf Dir mal was neues, Reparatur ist viel zu teuer!“

Hm, denke ich „für ältere Leute“, sehe ich denn schon so alt aus?

Was soll´s, dann eben ein neues.

Aber kennen muss der mich doch.

„Was kostet denn ein neues“ frage ich erwartungsvoll.

Nun richtet sich der junge Verkäufer zu neuer Größe auf, er strahlt mich an:

„Kommt drauf an“ meint er „am besten wir schauen uns mal was an!“

Aha, denke ich nicht mehr Du sondern Wir!

In Windeseile liegen über 10 Handy vor mir auf dem Tisch.

Rote, braune, blaue, schwarze, metallic, durchsichtig.

Vorsichtig nehme ich ein braunes in die Hand.

„Da hast Du dir ja gleich das beste raus gesucht“ meint der junge Mann grinsend

und ich denke: der kennt mich doch!

Ich komme nur nicht drauf, wo ich den schon einmal gesehen habe.

„Also, damit kannst Du hervorragende Bilder machen.

6,0 Megapixel Digitalkamera...“

Ich unterbreche ihn und frage: „Digitalkamera? Ich wollte eigentlich ein Telefon.....“

Jetzt guckt er mich an und sagt: „Natürlich ein Handy, aber mit Digitalkamera.

Außerdem ist es auch noch Bluetooh fähig...“

Ich unterbreche ihn: „Bluetooh....? Äh was?“

„Ja“ meint er „außerdem noch mit WLAN....“

„WLAN... was bitte?“

„Das ist drahtlos, das kennst DU doch vom Computer!“ mokiert er sich mit einem

kleinen Grinsen im Gesicht.

  "Äh,... ja,... natürlich“ antworte ich „richtig,... das hatte ich vergessen!“

„Also, noch mal, Bluetooh, WLAN und Touch-Screen und innovative Widgetmenueführung.....“

„Was.... äh Wid...äh.. Menü...ich meine, ...also...!“

„Widgetmenue, ganz neu, ich sage Dir das neueste auf dem Markt.“

Mensch, woher kennt der mich nur, frage ich mich und antworte:

„Also, eigentlich suchte ich nur was zum Telefonieren...!“

„Mann, wo lebst Du...telefonieren war gestern, hiermit kannst

DU Mailen, Simsen und surfen..“

„Mit dem Telefon?“ frage ich zweifelnd.

„Klar“ grinst er mich an, „geht ganz prima. Außerdem hat es noch ein

GPS-Modul mit Maps 2 und natürlich UMTS!“

„Aha!“

„Und das tollste ist der MP 3 Player mit UKW Digitalradio! Fast schon Hifi Qualität.“

meint er mit strahlenden Augen.

„MP 3, Radio..... und Telefon!“

„Alles in einem Ding! Ein richtiges Entertainment Handy. Tolles Ding, nicht, ....

und in vielen Farben. Die neueste Trendfarbe ist Peachy-Pink!“

Etwas ratlos schaue ich drein.

Peachy-Pink, WLAN, GPS, Maps......mir schwirrt der Kopf.

Doch der junge Verkäufer setzt noch eins drauf: „Vergiss nicht,

das Teil hat auch noch einen Organzier und Taschenrechnerfunktion.

Und vor allem nicht vergessen eine 2 Gigabyte SD Speicherkarte...

und für das Geld, ist das Teil fast schon geschenkt!!“

G  e  s  c  h  e  n  k  t  ?

Jetzt werde ich Misstrauisch, geschenkt, da ist immer ein Haken dabei.

Vorsichtig frage ich: „Was kostet das denn?“

„Also, wenn Du den Tarif 24 plus mit Festnetznummer und Homezone nimmst,

mit 30 Euro Erstaufladung und Mailbox-Abfrage oder die Mehrwertdienste nutzen

willst oder die Sprachdienste mit Videotelephonie oder Rufumleitung

dann kostet dieses Teil 1 Euro!“

Ungläubig schaue ich den jungen Mann an!

„Äh, 1 Euro?“

„Richtig!“

„Pffff...... das ist günstig. Da kann man nicht meckern!“

„Richtig.“

„....das alles für 1 Euro!“

„Richtig“

„Mit dem ganzen Schnick - Schnack drum rum?“

„Richtig“

 

„Tja“ sage ich, „aber gibt es das auch nur als Telefon..... weißt Du,...

......... ich suche ja eigentlich nur ein Telefon......!“

 


 

Das Weihnachtswunder

 

Von Eckardt Böttcher

August 2004

Vorgetragen zum weihnachtlichen Heimatabend 2004

 

Irgendwo, in irgendeiner Stadt, in irgendeiner Straße, in irgendeinem Haus, in irgendeiner Wohnung, wohnte eine alte Dame. Wenige Menschen in der Straße kannten diese alte Dame. Auch in dem Haus, in dem sie mit vielen anderen Mietern wohnte, kannte sie fast niemand.

Viele Wohnungen gab es in diesem Haus, dass fast nur von Familien mit Kindern bewohnt wurde. Bereits früh am Morgen ging der Trubel im Hause los. Frauen bereiteten für ihre Familie das Frühstück vor, für die Männer wurden Brote geschmiert, die tagsüber die hungrigen Mägen der Männer beruhigen sollten.

Der Bauarbeiter aus dem 4. Stock bekam von seiner Frau immer eine große Thermoskanne voll Tee mit. Meist schüttete er den Tee auf seiner Baustelle auf die Erde, er mochte keinen Tee, wollte aber auch keinen Ärger daheim, wenn er den Tee wieder mitbrachte. Lieber trank er zum Mittag ein Bier, wie alle Bauarbeiter.

Die Familie aus dem 2. Stock mit ihren vier Kindern musste sich in Ihrem Lebensunterhalt einschränken, bei ihnen herrschte ständig Geldnot, vier Kinder kosten eben viel Geld. Ständig wurde neue Kleidung benötigt, weil wieder etwas zerrissen war.

Die meisten der Mieter waren gegen sieben Uhr früh bereits aus dem Haus. Etwas später brachten die Frauen die Kinder zur Schule oder in den Kindergarten. Andere gingen nicht arbeiten, sondern besorgten den Haushalt und langweilten sich die andere Zeit über.

Diese Frauen waren es, die den Haustratsch besorgten, sich über andere Mieter aufregten und über Gott und die Welt schimpften.

Wenn man sich auch um andere nicht kümmerte, so zog Klatsch und Tratsch doch seine Kreise. Man lästerte über die in der 5. Etage, die jedes Jahr dreimal in Urlaub fuhren, man sprach über die, die sich schon wieder ein neues Auto gekauft hatten, man forderte von anderen die Hausordnung einzuhalten, vernachlässigte aber seine eigenen Pflichten. Es war einfacher über andere herzuziehen, als vor der eigenen Türe zu kehren.

Die alte Dame, die seit Jahren schon in der großen Wohnung im Erdgeschoss wohnte und Mühe hatte von ihrer nicht gerade üppigen Rente die Wohnungsmiete zu bezahlen, stand immer sehr früh auf. Sie holte sich jeden Morgen aus der nahen Bäckerei zwei Milchbrötchen mit Rosinen. Dann deckte sie in ihrer Küche für sich und für ihren vor einigen Jahren verstorbenen Mann den Frühstückstisch. Sie hatten immer zusammen in der Küche gefrühstückt, so sollte es auch bis an ihr Lebensende bleiben. Den Tod ihres Mannes hatte sie immer noch nicht überwunden.

Die gemeinsamen Kinder, ein Sohn und eine Tochter, waren längst verheiratet, in eine andere Stadt gezogen, hatten eigene Kinder und ihre eigenen Sorgen.

Die alte Dame nahm es so wie es war mit ruhiger Gelassenheit hin. Sie war es von jeher gewohnt, viel allein zu sein. Ihr Mann war beruflich viel unterwegs gewesen, die Familie sah er meist nur am Wochenende.

So saß sie viel allein in ihrer großen Wohnung und manchmal fragte sie sich „Was soll ich mit dieser großen Wohnung nur anfangen. Eine kleinere täte es doch auch, aber was ist, wenn die Kinder doch einmal wiederkommen, wo sollen sie dann bleiben?“

Nach dem Frühstück pflegte die alte Dame etwas spazieren zu gehen. Ihr Ziel war meist der kleine Park am Ende der Straße, in dem sich bei gutem Wetter die Mütter mit Ihren kleinen Kindern trafen.

Die alte Dame schaute den Kindern gerne zu, wie sie umher tollten und sich balgten.

Wehmut kam dann in ihr auf, sie dachte an ihre eigenen Kinder mit denen sie damals vor vielen Jahren hier gewesen war. Sie dachte an ihre Enkelkinder, die sie schon lange nicht mehr gesehen hatte. Wie es ihnen wohl ergeht?

Sie müssten doch auch schon bald aus der Schule kommen. „Mein Gott“ murmelte sie dann vor sich hin „wie lange habe ich nichts von ihnen gehört.“ Der letzte Anruf, der letzte Brief, wie lange war das schon her.

Einsamkeit machte sich in ihrem Herzen breit, Sehnsucht nach ihrem Mann, nach ihren Kindern, nach ihren Enkeln.

Kaum jemand in ihrem Hause beachtete sie weiter, sie war eben eine alte Frau, wozu eigentlich noch nützlich.

Im Herbst saß die alte Dame gerne, bekleidet mit einem nicht mehr neuen Mantel und einem selbstgestrickten bunten Schal, auf ihrer Bank im Park. Die ersten Zugvögel zogen ihre Bahn am Himmel in Richtung Süden. Bald würde es Winter werden, früher dunkel, die Abende lang und noch einsamer. Die Einsamkeit war für sie das Schlimmste. Niemand besuchte sie mehr, den alten Freundes- und Bekanntenkreis gab es nicht mehr, viele waren im Heim oder bereits gestorben.

An einem dieser einsamen dunklen Tage, wurde sie krank. Eine schwere Grippe warf sie auf das Krankenlager. Hohes Fieber plagte sie, die Glieder schmerzten. Sie war unfähig aufzustehen um sich ihr Essen zu bereiten. Niemand sah nach ihr, niemand vermisste sie. Sollte es so zu Ende gehen?

Mühselig gelang es ihr aufzustehen. Die Kräfte reichten fast nicht mehr. Schwankend ging sie zur Wohnungstür, öffnete sie, schleppte sich zur Nachbarswohnung und klingelte.

Als die Tür sich öffnete brachte sie mit schwacher Stimme nur noch drei Worte hervor: „Bitte, helft mir!“

Dann fiel sie dem Nachbarn kraftlos in die Arme. Erschrocken fing dieser sie auf, trug sie in seine Wohnung, rief seine Frau herbei und fragte, wer diese alte Dame denn sei.

„Das ist unsere Nachbarin, die nebenan allein lebt“ sagte sie „rufe den Arzt an, sie braucht Hilfe!“

Als der Arzt kam stellte er eine schwere Grippe fest. Aber es sei noch nichts ernstes „Ihre Großmutter wird sich bald wieder erholen.“

„Großmutter? Herr Doktor, das ist ein Irrtum. Wir haben keine Großmutter mehr, sie ist bereits vor fünf Jahren gestorben! Dies ist unsere Nachbarin, soweit ich weiß, lebt sie allein.“

„Und kümmert sich denn jemand um die alte Dame?“ fragte der Arzt.

Ratlos schauten die Nachbarn sich an. Die alte Dame kannten sie nur vom morgendlichen Brötchen holen. Aber sonst?

Inzwischen standen auch einige der anderen Bewohner des Hauses auf dem Flur und wollten wissen, was denn los sei.

„Wer von ihnen kennt Angehörige der alten Dame, sie benötigt dringend Pflege, sonst wird sie nicht wieder gesund.“ wollte der Arzt wissen, aber niemand meldete sich.

Dann muss sie eben erst ins Krankenhaus und dann ins Pflegeheim, meinten einige. Allein bleiben könne sie nicht.

Mitfühlend schaute der Nachbar und seine Frau auf die alte Dame, die nun nach der Spritze vom Arzt auf dem Sofa schlief.

„Wir sind auch alleine“ sagte der Nachbar „wir haben auch niemand. Uns wird es sicherlich einmal genauso ergehen wie dieser alten Dame. Wir kümmern uns um sie.“

Betroffen schauten die anderen Bewohner des Hauses drein. Recht hat der Nachbar, wie wird es uns einmal ergehen, wenn wir alt geworden sind?

Ein noch recht junger Mann und seine hübsche blonde Frau sahen sich nachdenklich an und sagten „Nein Herr Nachbar, nicht nur sie, wir alle werden uns um die alte Dame kümmern. Jeder abwechselnd, bis sie wieder gesund ist.“

„Ich wusste gar nicht, das sie niemanden mehr hat“ sagte ein anderer.

„Also, meine Kinder würden sich über eine Oma freuen“ sagte der Mann mit den vier Kindern aus dem zweiten Stock „unsere Tür wird ihr künftig immer offen stehen.“

„Aber zu Weihnachten kommt sie zu mir“ sagte ein anderer.

„Nein, so nicht“ meinte der Nachbar „wir alle gehen zu ihr. Wir haben sie viel zu lange nicht beachtet. Für diese alte Dame soll es keine Einsamkeit mehr geben.“

Die alte Dame blieb diese Nacht bei den Nachbarn. Man legte sie ins Bett im ehemaligen Kinderzimmer, wo sie bis zum nächsten Morgen ausschlafen konnte.

Die Nachbarin brachte ihr morgens eine heiße kräftige Hühnersuppe, welche die alte Dame dankbar entgegen nahm.

„Ich wusste nicht mehr weiter“ sagte sie entschuldigend zur Nachbarin „mir ging es so schlecht und ich hatte furchtbare Angst.“

„Nun ist alles gut, sie brauchen keine Angst mehr zu haben, sie werden wieder ganz gesund. Bis sie wieder bei Kräften sind, bleiben sie bei uns. Und die ganze Hausgemeinschaft wird sie besuchen.“

Die alte Dame fing leise an zu weinen. Sollte ihr Alleinsein jetzt zu Ende sein?

Die Nachbarin strich ihr leicht über das Haar und sagte: „Jetzt wird alles anders“ und schloss die alte Dame in ihre Arme.

„Haben sie noch irgendwo Verwandte“ fragte sie.

„Ja“ sagte die alte Dame „meine Kinder. Aber die wohnen weit weg und ich habe sie seit Jahren nicht mehr gesehen und mit ihnen gesprochen.“

Nach einigen Tagen war die alte Dame wieder gesund, konnte aufstehen und in ihre eigene Wohnung zurück.

Jeden Morgen brachte ihr jemand von den Hausbewohnern die Milchbrötchen vom Bäcker aus der Nachbarschaft, der die alte Dame bereits vermisst hatte.

Aber die Hausbewohner haben Wort gehalten. Jeder besorgte der alten Dame was sie benötigte und als das Weihnachtsfest näher kam, wartete eine besondere Überraschung auf sie.

Man stellte ihr einen großen Weihnachtsbaum in ihr Wohnzimmer, wogegen sie protestierte, schließlich würde sie keinen mehr benötigen. Aber die Nachbarn grinsten nur: „Warten sie mal ab.“

Am heiligen Abend standen alle mit einem kleinen Geschenk in der Tür, wünschten ein frohes Weihnachtsfest und aus dem Hintergrund drängten sich zwei Kinder an den Händen ihrer Eltern nach vorne.

„Hallo, Oma“ erklangen leise die Stimmen ihrer Enkelkinder „wir wollen dich einmal besuchen.“

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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